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Es ist eine ziemlich schmerzhafte Erkenntnis, die einen überkommt, wenn man die Statistiken liest, (Wahl-)Schlagzeilen und Wahlumfragen scannt oder in die Gesichter der Menschen blickt. Man spürt plötzlich mit voller Wucht, dass die Welt sich in eine Richtung dreht, die man jahrelang mit aller Kraft aufzuhalten versuchte. Eine Farbe breitet sich aus, ein Versprechen vom „Blauen Himmel“, das so verführerisch einfach ist, dass es Millionen erreicht. Und während diese Bewegung sich selbst als Erlöserin inszeniert, bleibt bei uns eine bittere Frage zurück: Wo stehen wir eigentlich?

Jahrelang lebten wir im Modus des Alarms. Wir waren da – auf den Straßen, in den Arbeitskreisen, in den endlosen Diskussionen gegen Hass und Hetze. Es war ein beseelender Kurs, dieses „Dagegen“. Es gab uns das Gefühl von moralischer Klarheit, stets einen Kompass in der Hand zu haben, der uns genausagte, wo das Falsche liegt. Wir haben Flyer verteilt, Social-Media-Kampagnen gestartet und Aufrufe unterschrieben. Wir waren laut, wir waren richtig, wir waren im Recht. Doch die Erkenntnis ist heute – wenn wir ehrlich zu uns sind – ernüchternd: Wir haben oft nur die Bestätigung in der eigenen Bubble geerntet, während an den Infoständen das Kopfschütteln und Weggucken dominierte.

Wir müssen uns die schmerzhafte Frage stellen und gefallen lassen, ob wir im leidvollen Dagegen ein Zuhause gefunden haben. Es ist leicht, sich über die Fehler der etablierten demokratischen Kräfte zu echauffieren, die Vertrauen verspielt haben. Aber haben wir aus dieser Erosion gelernt? Oder sind wir in der Rolle der Mahnenden erstarrt, während andere die Rolle der Gestaltenden übernommen haben? Das Dagegen-Sein ist ein mächtiger Motor für den Widerstand, aber es ist ein schlechter Architekt für die Zukunft. Es sagt, was wir nicht wollen, aber es schweigt zu oft darüber, was wir wirklich lieben und wie wir es gemeinsam leben wollen.
Wo sind unsere Angebote für ein Miteinander, das über die bloße Abgrenzung vom „Feind“ hinausgeht? Wo ist z.B. die Vision eines wahrhaften Sozialstaats, die nicht nur als Korrektiv zu einer rechten Politik auftritt, sondern als eigenständige, begehrenswerte Utopie? Wir haben uns vielleicht zu sehr darauf verlassen, dass die Wahrheit für sich selbst spricht, dass die Vernunft ausreicht, wenn man sie nur oft genug postet. Doch Vernunft allein wärmt nicht. Menschen suchen keine Argumentationsketten, sie suchen Zugehörigkeit, Sicherheit und eine Hoffnung, die greifbar ist.

»Die Frage ist nicht, wann die Zahlen uns zur Einsicht zwingen. Ob bei 43 Prozent oder erst bei 51 Prozent«

Es ist an der Zeit, dass wir über unsere Versäumnisse sprechen. Wir müssen uns fragen, was uns daran gehindert hat, das „Dafür“ so klar, so leidenschaftlich und so verständlich zu formulieren, dass es die Herzen erreicht, die heute dem falschen Versprechen folgen. Wir dürfen die Kommunikation des „Dafür“ nicht länger als bloße Ergänzung zum Widerstand begreifen, sondern als dessen Kern. Ein freudvolles Dafür ist nicht naiv – es ist die höchste Form des politischen Mutes, denn es macht uns verletzlich. Es bietet etwas an, statt nur etwas abzulehnen.

Die Frage ist nicht, wann die Zahlen uns zur Einsicht zwingen. Ob bei 43 Prozent oder erst bei 51 Prozent – das wäre eine Kapitulation vor der Statistik. Der Moment für den Aufbruch ist immer jetzt, denn „Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.“ (André Gide)

Wir müssen den Mut finden, die Sprache des Alarms durch die Sprache der Gestaltung zu ersetzen. Vom leidvollen Dagegen ins freudvolle Dafür: Damit aus der bloßen Abwehr einer dunklen Zukunft die aktive Erschaffung einer hellen wird.


Und: bist du dabei? ...
Euer Letterman

Treffen, sprechen für Dafür

Hallo Leute,
weil wir wissen, dass eure Mittwochabende – und besonders der letzte im September – so schrecklich langweilig und einsam sind, haben wir uns was tolles ausgedacht: Alle treffen sich zur Mitgliederversammlung im "erweiterten Kreis". Und wenn ihr euch jetzt fragt, was das nun wieder sein soll, dann gibt's nur eins, um das herauszufinden:
Auch die nächste GRÜNE WOCHE lesen und den Termin inkl. Erinnerung in eure Kalender eintragen!
 
Also, wir wären schon mal dafür,
euer Vorstand

Jetzt noch schnell Dafür sein – Und anmelden!

Die Arbeitswelt steht vor einem riesigen Umbruch – und wir entscheiden jetzt, welche Richtung wir einschlagen!
Geht es um echte soziale Gerechtigkeit, eine gesunde Balance zwischen Job und Privatleben oder eine Mitbestimmung, die wirklich etwas bewegt?
Wir wollen nicht nur zusehen, wie Reformen zu Arbeitszeit, Rente und Krankheit diskutiert werden, sondern selbst die Leitplanken für eine zukunftsfähige Arbeitsgesellschaft setzen. Deshalb laden wir euch herzlich zu unserer gemeinsamen Veranstaltung mit dem DGB Emscher-Lippe ein!

Das erwartet euch:
Wir freuen uns auf einen spannenden Abend mit hochkarätigen Gäst*innen:

Michaela Evans-Borchers (Direktorin des Forschungsschwerpunktes Arbeit & Wandel an der Westfälischen Hochschule) präsentiert ihre aktuelle Studie zu den Potenzialen für Jobs in der Energiewende und der sozialen Daseinsvorsorge.
Ein engagiertes Podium aus den Gewerkschaften, das wir gemeinsam mit Mark Rosendahl (Geschäftsführer DGB-Region Emscher-Lippe) und unserer Bundestagsabgeordneten Irene Mihalic diskutieren.

Das Beste daran:
Die Veranstaltung ist kein Frontalvortrag! Wir wollen eure Perspektiven hören. Die anschließende Podiumsdiskussion ist offen für eure Beiträge, Fragen und Ideen aus dem Publikum.

Jetzt noch anmelden und mitgestalten! Damit wir planen können, gib uns bitte kurz Bescheid, ob du dabei bist. Klicke einfach auf den Link zur Anmeldung:

recklinghausen@dgb.de

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Wie uns die Sterne stehen – Der Wochenausblick:
„Im GrüniFürsum – Die Milchstraße ist frei!“

Willkommen zu einer neuen Woche im kosmischen Gefüge des politischen Alltags. Während die Erde sich stoisch weiterdreht, fragen wir uns: Stehen die Sterne gerade günstig für den großen gesellschaftlichen Durchbruch oder befinden wir uns in einer retrograden Phase der Selbstvergewisserung? Werfen einen Blick in den Sternenhimmel über dem GrüniFürsum, um zu sehen, ob unsere Visionen mit den Planeten im Einklang stehen:

⭐Die kosmische Lage: Ist alles noch in der Waage?
In dieser Woche vom 14. bis 20. September scheint die Waage besonders gefordert zu sein. Es ist die klassische Konstellation zwischen dem brennenden Wunsch nach sofortiger Transformation und der behäbigen Realität parlamentarischer Kompromisse. Wir spüren die Spannung: Während unser innerer Idealist bereits die utopische Stadt auf dem Mars (natürlich klimaneutral und mit exzellentem ÖPNV) plant, mahnt der Saturn zur Erdung. Die Frage der Woche lautet daher: Finden wir das Gleichgewicht zwischen dem „leidvollen Dagegen“ und dem „freudvollen Dafür“, oder kreisen wir weiterhin in der Anziehungskraft unserer eigenen Bubble?

⭐Die Konstellationen für den Erfolg
Um den GrüniFürsum als strahlenden Ort einer hellen Zukunft zu bewahren, sollten wir diese Woche besonders auf die Verbindung von Merkur und Jupiter achten. Merkur schenkt uns die Fähigkeit, komplexe Konzepte so zu formulieren, dass sie auch außerhalb unserer eigenen Echo-Kammern verstanden werden – ein seltener, aber kostbarer Transit! Nutzen wir diese Energie, um weniger Flyer zu drucken und mehr echte Gespräche zu führen. Die beste Ausgangsposition erreichen wir dann, wenn wir den Kompass nicht nur nutzen, um Fehler anderer zu markieren, sondern um Wege zu weisen, die andere auch gerne mitgehen.

⭐Sternzeichen-Quickcheck für Aktive:
Die Idealisten (Widder bis Zwillinge): Achtung vor dem „Alarm-Aspekt“. Nicht jeder Tweet ist eine existenzielle Bedrohung. Atmet tief durch und ersetzt ein „Wir müssen dringend verhindern, dass...“ durch ein „Stellt euch vor, wie wunderbar es wäre, wenn...“.
Die Strategen (Krebs bis Jungfrau): Euer Blick für das Detail ist Gold wert, solange er nicht in kleinteiligen Arbeitskreis-Diskussionen über die Schriftart des nächsten Aufrufs endet. Weitet den Horizont!
Die Brückenbauer (Waage bis Schütze): Ihr seid in dieser Woche die diplomatischen Sonnen unseres Systems. Nutzt eure Kraft, um die Verbindung zwischen der Theorie des Sozialstaats und der Praxis des Alltags herzustellen.
Die Visionäre (Steinbock bis Fische): Bleibt hoffnungsvoll, aber verzichtet auf die „Erlöser-Pose“. Die Sterne lehren uns: Wahre Veränderung geschieht in der Gemeinschaft, nicht durch kosmische Einzelentscheidungen.

⭐Wochenende: Wo wir die Batterien laden
Wenn der Samstag naht, ist es Zeit für den Rückzug aus dem politischen Getümmel. Um nächste Woche wieder mehr erhellen zu können, empfehlen die Sterne einen Ort der absoluten Entschleunigung. Sucht euch einen Platz in der Natur, an dem es kein WLAN gibt und keine Diskussionen über die richtige Form der kommunalen Wärmeplanung.
Ruht euch dort aus, wo das einzige „Dafür“, das zählt, das Für-Sich-Sein ist. Lasst die Milchstraße über euch leuchten und erinnert euch daran, dass wir im Vergleich zur Unendlichkeit des Universums eigentlich ganz kleine, aber hoffentlich sehr wirkungsvolle Lichtpunkte sind.

Grün(es) lesen:
 
Demokratie retten
Wo spürt die Zivilgesellschaft am deutlichsten, ob ihr Staat funktioniert? In der eigenen Kommune. Und wo können Bürger*innen am direktesten an der Demokratie teilhaben? Vor der eigenen Haustüre. Kommunalpolitik wird oft unterschätzt. Schade. Denn wie es weitergeht mit der Demokratie in Deutschland, das wird sich auch in den Gemeinden entscheiden …

✅https://gruenblog.com/steffi-die-kommunen-muessen-die-demokratie-retten/

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Und das Beste: Jeder kann mitmachen, jeder kann was einbringen. Hier wird aus „Könnte man nicht…?“ ein „Lass uns das einfach machen!“.

Die nächste Gelegenheit ist diese:

24.9. / ab 18:30 / ROSI
Weberstraße 18

Übrigens:
Das berühmt berüchtigte Nordtreffen gibt es auch noch. Wir arbeiten dran!

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Der Letterman freut sich nicht nur über eure kritischen Kommentare, sondern eben auch über Hinweise zu Veranstaltungen, Treffen, einfachen Zusammenkünften und und und ... Sendet diese bitte jeweils bis spätestens donnerstags ganz einfach an diegruenewoche@gruenege.de

Die GRÜNE WOCHE #39 kommt am 18.9. direkt in dein Postfach.

Hinweis: Teile der Texte dieser Grünen Woche sind mit Hilfe des Grünerators (Grüne-KI) erstellt.
 
 
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