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Es gibt einen Satz, der mich verfolgt. Nicht wie ein Albtraum oder eine unbezahlte Rechnung, sondern wie ein kleiner, aber hartnäckiger Ohrwurm, der sich in mein Gehirn gebohrt hat und dort gemütlich seine Beine ausstreckt. „Mehr dazu findet ihr in den Shownotes.“

Jeder Podcast, den ich höre, sagt es. Jeder. Einmal. Zweimal. Manchmal so oft, dass ich denke: Verdammt, ich höre doch gerade den Podcast – warum erzählst du mir nicht einfach die Geschichte, statt mich zu den Shownotes zu schicken?
Und dann kommt die große Frage: Was zum Teufel sind diese Shownotes eigentlich? Eine Art Behind-the-Scenes-Dokumentation, die mir verrät, was die Moderator*innen wirklich denken, während sie lächeln und sagen: „Das war jetzt aber nur eine persönliche Meinung“? Oder sind sie einfach nur ein Ort, an dem Links gesammelt werden, die niemand jemals anklickt – außer mir, wenn ich um drei Uhr morgens aufwache und denke: „Jetzt oder nie, jetzt checke ich endlich diese eine Studie über die psychologischen Auswirkungen von Podcast-Hören auf die menschliche Seele.“

Hier kommt der Moment, in dem ich mir eingestehen muss: Ich bin ein Suchender. Ich will alles wissen. Nicht nur die Ausschnitte, die mir serviert werden, sondern das ganze Menü – inklusive der Zutatenliste und der Geschichte des Kochs, der das Gericht erfunden hat.
Also: Wird nicht alles erzählt? Doch, klar wird alles erzählt – aber nur so viel, wie in 60, 90 oder 120 Minuten passt. Der Rest? Der liegt irgendwo im Internet verstreut. Die Shownotes sind wie eine Schatzkarte, auf der das X fehlt. Und dann frage ich mich: Muss ich mir die ganze Wahrheit selbst zusammensuchen? Ja. Nein. Vielleicht. Aber vor allem: Will ich das überhaupt? Denn das Internet ist ein endloses Labyrinth aus Informationen, und ich bin nicht Odysseus – ich bin der Typ, der sich in einem Escape Room einschließt und nach fünf Minuten heulend in der Ecke sitzt, weil er den Hinweis „Schau unter dem Teppich nach“ überlesen hat.

Die Shownotes sind wie ein Versprechen: „Hier gibt’s mehr.“ Aber dieses „mehr“ ist oft nur ein weiterer Klick, ein weiterer Tab, ein weiteres offenes Fenster im Browser, das ich nie wieder schließe. Und plötzlich sitze ich da, umgeben von digitalem Chaos, und merke: Ich bin einsam. Nicht, weil ich keine Leute um mich herum habe, sondern weil ich mich in einer Welt aus Algorithmen und Hyperlinks verliere, in der echte Begegnungen zu seltenen Ausnahmen werden.
Das Paradoxe daran: Podcasts sind eigentlich ein Medium der Verbundenheit. Sie geben uns das Gefühl, Teil einer Community zu sein – wir lachen über dieselben Witze, wir empören uns über dieselben Missstände, wir fühlen uns verstanden. Aber am Ende des Tages sind wir doch nur passive Konsument*innen, die sich fragen, ob sie die eine vermeintlich wichtige Information in den Shownotes verpasst haben.

»Die Antwort ist so einfach, dass sie fast schon wehtut: Raus!«

Also: Wo finde ich die echten Shownotes, die das Leben schreibt? Nicht auf spotify. Nicht in einem exklusiven Newsletter. Nicht in einem 10-stündigen YouTube-Interview, das ich mir „irgendwann mal“ anschauen will. Sondern da draußen. Auf der Straße, wo die Leute sich streiten, lachen, weinen, ohne dass es jemand aufnimmt. An Stammtischen, wo die Geschichten erzählt werden, die niemand je in einem Podcast wiederholen würde – weil sie zu privat, zu unperfekt, zu echt sind. In Räumen, die noch nicht entdeckt wurden, weil sie nicht auf Instagram getagt sind. Bei Menschen, die noch nicht „Content“ sind, sondern einfach nur sie selbst. Die besten Shownotes sind die, die man nicht googeln kann. Die, die entstehen, wenn zwei Menschen sich zufällig begegnen und plötzlich eine Stunde über etwas reden, das sie beide bewegt. Die, die in den Pausen zwischen den offiziellen Gesprächen passieren. Die, die aus Versehen, aus Leidenschaft, aus Wut heraus geboren werden – nicht aus einem redaktionellen Plan. Wohin muss ich gehen, um mehr zu erfahren?

Die Antwort ist so einfach, dass sie fast schon wehtut: Raus. Raus aus dem Podcast-Feed. Raus aus dem Algorithmus, der mir immer nur das zeigt, was ich schon kenne. Raus aus der Komfortzone, in der ich denke, ich wüsste alles, nur weil ich die letzten 50 Folgen meines Lieblingspodcasts gehört habe. Ich muss hingehen, wo das Leben laut, schmutzig, unvorhersehbar und wunderschön ist.
In den Park, wo die alten Männer Schach spielen und dabei die Welt erklären. In die Kneipe um die Ecke, wo die Stammgäste seit 20 Jahren dieselben Diskussionen führen – und trotzdem jedes Mal neue Erkenntnisse gewinnen. Auf die Straße, wo die Menschen protestieren, feiern, lieben, hassen – ohne dass es jemand in eine perfekt geschnittene Audio-Datei packt. Und vor allem: Zu den Menschen, die nicht in meinem digitalen Filterblasen-Lexikon verzeichnet sind. Die, die andere Meinungen haben, andere Erfahrungen gemacht haben, andere Geschichten zu erzählen haben. Die, die mich herausfordern, die mich wütend machen, die mich zum Nachdenken bringen. Die Shownotes des Lebens sind nicht verlinkt – sie müssen gelebt werden.

Also: Schließe diesen Tab. Leg das Handy weg. Geh raus!
Und wenn du das nächste Mal in einem Podcast hörst „Mehr dazu findet ihr in den Shownotes“, dann denk daran: Das wahre Leben gibt’s nicht in den Shownotes. Das wahre Leben ist das, was passiert, wenn du den Podcast ausschaltest und stattdessen zuhörst, was die Welt dir zu erzählen hat. Ohne Editierung. Ohne Werbepause. Ohne „Das war’s für heute – bleibt dran für die nächste Episode.“
Das Leben ist kein Podcast. Es ist live. Und ungeschnitten. Und manchmal – ganz selten – gibt es sogar eine Fortsetzung. Aber die musst du selbst schreiben. Ohne Shownotes. 🎧✌️😄

Wiederhören ...
Euer Letterman

 

„Das wahre Leben gibt’s nicht in den Shownotes“ – aber falls du diesen Text als Podcast hörst, findest du die Quellenangaben natürlich in den Shownotes 😉🎤📻* Click. 🔊💚* (Und jetzt geh wirklich raus! - JETZT!)* ... Oder hör erst noch eine Folge. 😅🎧* (Okay, ich geb’s auf.)💚* ENDE.*


Auf ins Grün ...


Grüner Stammtisch – bist du dabei?
Hier trifft man sich, quatscht, knüpft Kontakte und schmiedet Pläne für eine bessere Welt. Ob alte Hasen oder Neulinge – alle sind willkommen, um Politik mal ganz praktisch anzupacken. Damit wir nicht nur meckern, sondern auch was bewegen. Vor der Haustür und darüber hinaus.
Und das Beste: Jeder kann mitmachen, jeder kann was einbringen. Hier wird aus „Könnte man nicht…?“ ein „Lass uns das einfach machen!“.

Die nächste Gelegenheit ist diese:

27.8. / ab 18:30
ROSI
Weberstraße 18

Übrigens: Das berühmt berüchtigte Nordtreffen gibt es auch noch. Dazu dann aber mehr in der nächsten Grünen Woche.

Schon angemeldet? – Dann aber jetzt!

Wie soll Arbeit die Gesellschaft der Zukunft prägen – und welche politischen Rahmenbedingungen brauchen wir dafür? Die beabsichtigten Reformen der Bundesregierung zu den Themen Arbeitszeit, Krankheit und Rente stoßen bundesweit auf Diskussionen, denn sie berühren zentrale Fragen von sozialer Gerechtigkeit, Gesundheit, Vereinbarkeit und Mitbestimmung.

In einer gemeinsamen Veranstaltung des Kreisverbands Gelsenkirchen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und des DGB Emscher-Lippe wollen wir mit Ihnen und Euch darüber sprechen, wie eine zukunftsfähige Arbeitsgesellschaft aussehen kann – und welche normativen Leitplanken sie braucht.

Als Keyspeakerin und Expertin aus der Wissenschaft begrüßen wir Michaela Evans-Borchers, Direktorin des Forschungsschwerpunktes Arbeit & Wandel an der Westfälischen Hochschule.

Sie stellt ihre Studie vor: Fachkräfte gesucht: Potenziale für Jobs in Energiewende und sozialer Daseinsvorsorge heben!

Ebenso freuen wir uns auf unsere weiteren Podiumsteilnehmer*innen aus den Gewerkschaften für eine Debatte bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die auch für Beiträge aus dem Publikum offen ist.
Die Moderation und politische Einordnung übernehmen Mark Rosendahl, Geschäftsführer der DGB-Region Emscher-Lippe, sowie Irene Mihalic, grüne Bundestagsabgeordnete aus Gelsenkirchen.

Eine Anmeldung hilft bei den organisatorischen Vorbereitungen und kann per Mail an recklinghausen@dgb.de erfolgen.


Das Grüne Woche-Horoskop

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Wie uns die Sterne stehen – Wochenausblick:
Zwischen parler und Planschbecken – Strategische Glanzlichter und Visionen

Die Sterne stehen in der Woche vom 17. bis 23. August in einem bemerkenswerten Spannungsfeld: zwischen dem hochpolitischen „Parler“ – dem strategischen Verhandeln, dem Abwägen und dem mühsamen Konsensfindern – und dem sehnsüchtigen Wunsch nach einem kühlen Planschbecken, in dem man die Komplexität der Welt für einen Moment einfach wegschwimmen lassen kann.

Stolz, Abenteuer und die Kunst der Flexibilität
Löwen und Schützen sollten ihren Kalender klug planen. Für den Löwen-Stolz ist der Montag und Dienstag ideal, um in Debatten glänzen zu können, ohne dass es als reine Selbstdarstellung missverstanden wird. Die Schützen hingegen finden ihre Abenteuerlust am Mittwoch, wenn es darum geht, visionäre Ideen auszuprobieren, die eigentlich viel zu groß für das aktuelle Budget sind.

Kreative Impulse und das Ende der Bescheidenheit
Die Zwillinge müssen in dieser Woche eine Flexibilität an den Tag legen, die fast schon an akrobatische Kunst grenzt: Sie jonglieren zwischen verschiedenen Interessengruppen, während die Fische ihre Fantasie nutzen können, um grüne Ideen zu entfachen, die so kreativ sind, dass sie selbst die skeptischsten Realisten für einen Moment zum Träumen bringen.
Für die Jungfrauen stellt sich die philosophische Kernfrage der Woche: Müssen sie eigentlich immer so bescheiden sein? Die Sterne sagen: Nein. Es ist höchste Zeit, die eigene Expertise nicht nur in Fußnoten zu verstecken, sondern sie mutig in den Vordergrund zu rücken.

Zeitfenster für Diplomatie und Erholung
Wer Ruhe sucht, findet sie in folgenden Zeitfenstern: Widder, Stier und Krebs können am Donnerstag besonders beruhigt reden – die rhetorischen Minenfelder sind kurzzeitig geräumt. Waage, Skorpion und Steinbock finden am Freitag die nötige Seelenruhe für das Planschbecken, sofern sie ihr Handy im Spind lassen.

Warnsignale und die Kraft der Substanz
Ein wichtiger Warnhinweis der Gestirne: In das Planschbecken der „vorgefassten Meinungen“ und der schnellen, unreflektierten Polemik sollten wir in dieser Woche keinesfalls springen. Dort ist das Wasser trüb und man kommt nur schwer wieder heraus. Damit die grünen Sterne nicht „ins Gerede“ kommen, hilft nur eines: Substanz über Slogan setzen und den Dialog suchen, auch wenn er anstrengend ist.

Ausklang und Balance für die Zukunft
Das Wochenende verspricht eine notwendige Dekompressionsphase. Wir nehmen eine gute Mischung aus geschäftigem Parler und entspanntem Planschen mit in die nächste Woche: Die Erkenntnis, dass politische Arbeit nur dann nachhaltig ist, wenn man zwischendurch die Fähigkeit behält, einfach mal die Beine im Wasser baumeln zu lassen.

Foto: Anna-Lisa Konrad

Komm in meinTeam!

Ich suche zum 01. Oktober 2026
(späterer Einstieg möglich) eine*n persönliche*n Mitarbeiter*in (m/w/d) für den Bereich Wahlkreisbetreuung, Pressearbeit und Homepageverwaltung sowie als Ansprechperson für den Petitionsausschuss.
Die Stelle ist entsprechend der laufenden Wahlperiode bis zum 31.05.2027 befristet. Es besteht der Wunsch, die Beschäftigung im Falle des Wiedereinzugs in den Landtag fortzusetzen.

Die Arbeitszeit liegt bei bis zu 25 Wochenstunden und verteilt sich auf 3-4 Tage pro
Woche. Der Arbeitsort ist in Düsseldorf und in meinem Wahlkreis Gelsenkirchen.
Wir begrüßen Bewerbungen von Personen jeden Geschlechts, LSBTIQ* Personen,
Menschen mit Migrationsgeschichte, Schwarzen Menschen und People of Colour, sowie Menschen mit Behinderungen. Bewerbungen von Studierenden und Personen, die bewusst Teilzeit arbeiten möchten, sind herzlich willkommen. Ein Studienabschluss ist nicht erforderlich.

Bewerbungsschluss ist der 23.08.2026. (Bewerbungsgespräche finden am 31. August und 1. September in Düsseldorf oder digital statt.)

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Vielen Dank für deine Unterstützung!💚

➡️ Wie und wohin du spenden kannst

Musik- und Nachwuchsplattform im Kulturraum

Foto: studio ypsilon

Mit „FLORA SOUNDS“ bietet der Kulturraum „die flora“ jungen Musikerinnen, Musikern und Bands aus Gelsenkirchen und Umgebung eine Bühne. An vier Contestabenden präsentieren die ausgewählten Acts ihre eigenen Songs live vor Publikum und stellen ihr Können unter Beweis. Neben einer professionellen Jury entscheidet das Publikum mit. Die jeweiligen Gewinnerinnen und Gewinner ziehen in das große Finale ein, bei dem noch einmal musikalische Vielfalt, frische Sounds und echte Bühnenenergie im Mittelpunkt stehen. Als Preise winken professionelle Aufnahmen von zwei Songs im US SOUNDS Studio sowie ein Auftritt bei einem Gelsenkirchener Musikfestival 2027. Workshops und Videomitschnitte ergänzen die Nachwuchsförderung. (Quelle: Stadt Gelsenkirchen)

21. August / 20.00
Kulturraum Die Flora
Florastraße 26 / Gelsenkirchen

„Der Tag von oben“

Sophia Merwald liest im Jahnbad

An einem Sommertag schwimmen plötzlich Haie in einem Gelsenkirchener Freibad. Zwischen ihren großen Gebissen, dem Chlorgeruch und rostigen Düsen formt sich Sophia­ Merwalds Blick auf das Ruhrgebiet und das Erzählen: Aus Beton wird Meer, aus Menschen Fabelwesen und der Alltag wird seltsame Poesie.

Im Austausch mit ihren eigenen Fotografien – Aufnahmen von Häusern und dem Licht über der Stadt – entfaltet „Der Tag von oben“ ein urbanes Porträt, bei dem Wärme so viel zählt wie feine Distanziertheit. Darunter liegt ein leises Staunen über die Ewigkeit und den Verlauf der Zeit, das die Ränder des Wirklichen verschwimmen lässt.
Sophia Merwald liest zum Ende der Freibadsaison aus ihrem neuen Buch über Gelsenkirchen, das Ruhrgebiet und das Erzählen.

29. August / 20:00
Jahnbad
Kanzlerstr. 46
Eintritt frei, eigene Getränke, Snacks und
Liegedecken können mitgebracht werden!

Sophia Merwald studierte Journalistik sowie Film- und Medienkultur-Forschung und ­arbeitet als Schriftstellerin. ­Ihr erster Roman Sperrgut (park x ullstein, 2026) wurde ­bereits vor Erscheinen mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Alfred-Döblin-Preis. Sie lebt und arbeitet in München. Der Tag von oben geht auf ihre Zeit als Writer in Residence 2025 in Gelsenkirchen zurück.

Hinweise zum Gebrauch:

Die Grüne Woche lebt auch von eurem Mittun:
Der Letterman freut sich nicht nur über eure kritischen Kommentare, sondern eben auch über Hinweise zu Veranstaltungen, Treffen, einfachen Zusammenkünften und und und ... Sendet diese bitte jeweils bis spätestens donnerstags ganz einfach an diegruenewoche@gruenege.de

Die GRÜNE WOCHE #35 kommt am 21.8. direkt in dein Postfach.

Hinweis: Teile der Texte dieser Grünen Woche sind mit Hilfe des Grünerators (Grüne-KI) bearbeitet.
 
 
Bündnis 90/DIE GRÜNEN Gelsenkirchen
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